Tag 4 auf Ko-Sa Beach – Von der Ballolympiade bis zur letzten Spur
Nach unserer fast zehn Kilometer langen Wanderung am Vortag wollten wir es heute Morgen eigentlich etwas ruhiger angehen lassen. Zumindest einige von uns hatten diesen Plan. Während sich die einen noch gemütlich in ihren Betten wälzten und von den Strapazen des Vortages erholten, waren andere bereits um 6 Uhr wieder hellwach – und ließen das leider auch alle anderen wissen. Türen wurden lautstark geschlossen, Gespräche in voller Lautstärke geführt und die Nachtruhe damit etwas früher als gewünscht beendet. Rücksichtnahme auf andere steht also weiterhin ganz oben auf unserer persönlichen Lernagenda. Hier gibt es definitiv noch Entwicklungspotenzial.
Nachdem schließlich auch die letzten Schlafmützen aus ihren Betten gekrochen waren, trafen wir uns um 8 Uhr zum ausgiebigen Frühstück. Wie bei allen Mahlzeiten der vergangenen Tage ließen wir uns dabei viel Zeit. Schließlich ging es nicht nur darum, unsere Mägen zu füllen, sondern auch darum, gemeinsam am Tisch zu sitzen, zu erzählen und die Zeit miteinander zu genießen.
Dabei konnten wir bereits deutliche Fortschritte feststellen: Das gegenseitige Warten sowie das gemeinsame Beginnen und Beenden der Mahlzeiten klappten inzwischen richtig gut. Nur unsere Vereinbarung, am Tisch ausschließlich Deutsch zu sprechen, stellte uns weiterhin vor gewisse Herausforderungen. Mal funktionierte es besser, mal weniger gut. Einige von uns sammelten jedenfalls wieder fleißig Punkte auf ihrem persönlichen Push-up-Konto. Die vereinbarten Liegestütze sorgten dafür, dass neben dem Deutschsprechen auch unsere Armmuskulatur regelmäßig trainiert wurde.
Nach dem Frühstück waren wir zunächst wieder erstaunlich müde. Deshalb gönnten wir uns eine ruhige Stunde zum Lesen, Schreiben und leisen Spielen. Doch damit war es mit der Gemütlichkeit für diesen Tag auch schon wieder vorbei.
Beim anschließenden Umziehwettlauf waren Schnelligkeit, Geschicklichkeit und gute Organisation gefragt. In zwei Teams mussten wir nacheinander über das Ko-Sa-Gelände sprinten, uns möglichst schnell in unsere Badesachen werfen und dabei auch noch an Handtuch und beschriftete Wasserflasche denken. Wer etwas vergaß, kassierte Minuspunkte für sein Team. Schnell wurde deutlich: Wer besonders schnell läuft, aber die Hälfte seiner Sachen vergisst, ist nicht unbedingt im Vorteil.
Direkt danach ging es mit unserer lang erwarteten Ballolympiade weiter. In denselben Teams mussten wir verschiedene Bälle auf die gegenüberliegende Seite transportieren. Die Herausforderung: Weder Hände noch Kleidung durften dabei als Hilfsmittel verwendet werden. Ansonsten war fast alles erlaubt. So entstanden einige ziemlich kreative Transporttechniken, bei denen neben Geschicklichkeit auch Teamarbeit und eine gute Portion Einfallsreichtum gefragt waren.
Beim anschließenden Eimerfüllwettbewerb wurde es noch einmal richtig spannend. Wir mussten zum Meer laufen, unsere Wasserflaschen füllen und das Wasser möglichst schnell und ohne größere Verluste zurück zu unseren Eimern transportieren. Dabei waren beide Teams nicht nur ähnlich schnell, sondern auch gleichermaßen geschickt. Tatsächlich erreichten beide Eimer fast zeitgleich die vorgegebene Markierung – ein verdientes Unentschieden.
Nach so viel Rennen, Transportieren und Anfeuern hatten wir uns eine Abkühlung wirklich verdient. Also ging es endlich wieder ins Meer. Wir schwammen, spielten, unterhielten uns und genossen die gemeinsame Zeit im Wasser. Anschließend hieß es duschen, denn schon wartete das Mittagessen auf uns. Heute gab es Chicken mit Fries. Wir ließen uns das Essen nach unserem sportlichen Vormittag besonders gut schmecken.
Am Nachmittag wurde es zunächst kreativ. In Einzelarbeit sollten wir das Ko-Sa-Gelände noch einmal ganz genau unter die Lupe nehmen und uns ein interessantes Muster oder eine besondere Gestaltung an einer der Zimmerwände aussuchen. Dieses Muster mussten wir möglichst genau mit seinen Formen und Farben auf Papier übertragen. Allerdings gab es eine zusätzliche Herausforderung: Niemand durfte sehen, welche Wand wir uns ausgesucht hatten. Schließlich sollte später noch erraten werden, welches Kunstwerk zu welchem Zimmer gehörte.
Anschließend gestalteten wir gemeinsam in unseren Zimmerteams ein Bild auf Leinwand, das zu unserer Klassenfahrt passte. Dabei entstanden ganz unterschiedliche kleine Kunstwerke, in denen wir unsere Eindrücke und Erlebnisse der vergangenen Tage festhielten. Es wurde gemalt, überlegt, ausprobiert, Farben gemischt und gemeinsam an den Bildern gearbeitet.
Doch bevor wir unsere Kunstwerke genauer unter die Lupe nahmen, stand noch einmal Sport auf dem Programm. Eigentlich hatten wir nur ein 30-minütiges Volleyballturnier geplant. Daraus wurde allerdings mehr als eine Stunde. Wir hatten so viel Freude am Spielen, dass wir gar nicht mehr aufhören wollten. Mit gegenseitigen Tipps und etwas Übung gelang es uns außerdem, unsere Technik am Ball immer weiter zu verbessern. Aufschläge, Annahmen und das Zusammenspiel funktionierten zunehmend besser – und der Ehrgeiz war natürlich ebenfalls geweckt.
Danach wartete noch eine weitere sportliche Herausforderung auf einige von uns: Die inzwischen gut gefüllten Push-up-Konten mussten ausgeglichen werden. Unsere gelegentlichen Ausflüge in die englische Sprache während der Mahlzeiten hatten sich summiert, und so wurden einige Zehnereinheiten Liegestütze absolviert. Unsere Sprachregel hatte sich damit ganz nebenbei zu einem zusätzlichen Fitnessprogramm entwickelt.
Anschließend wurde es wieder spannend. Bei einer Rallye über das Ko-Sa-Gelände mussten wir herausfinden, wer welches Wandmuster abgezeichnet hatte. Jetzt zeigte sich, wie genau wir zuvor hingeschaut und wie sorgfältig wir die Formen und Farben aufs Papier übertragen hatten.
Für die schnellsten und erfolgreichsten Spürnasen gab es zusätzliche Puzzleteile für die Zimmerwertung: Der erste Platz erhielt zwei Puzzleteile, die beiden zweiten Plätze immerhin noch eines.
Danach veranstalteten wir einen kleinen Gallery Walk, bei dem wir die gemeinsam gestalteten Leinwandbilder der einzelnen Zimmer betrachteten und bewerteten. Die Kunstwerke erhielten zwischen zwei und fünf Punkten. Das Siegerbild brachte seinem Zimmerteam stolze fünf zusätzliche Puzzleteile ein. So wurde aus unserem Kunstunterricht gleichzeitig ein kleiner Wettbewerb, bei dem Kreativität und Zusammenarbeit belohnt wurden.
Um 18:25 Uhr stand schließlich der Zimmercheck auf dem Programm. Danach freuten wir uns auf unsere halbstündige Medienzeit. Die fiel heute allerdings etwas länger aus als geplant, denn zwischendurch sorgte eine größere Schlüsselsuchaktion samt unfreiwilliger Türöffnungsaktion für zusätzliche Aufregung. Auch am vierten Tag unserer Klassenfahrt war also weiterhin für Überraschungen gesorgt.
Bevor wir uns zum Abendessen trafen, ging es noch einmal zurück an unsere „Schreibtische“ unter Palmen. Unsere Klassenzeitung musste schließlich um die vielen Erlebnisse des heutigen Tages ergänzt werden. Außerdem hielten wir unsere persönlichen Eindrücke in den Tagebüchern fest. Nach so einem abwechslungsreichen Tag gab es jedenfalls mehr als genug zu schreiben.
Am Abend trafen wir uns zu unserem letzten gemeinsamen Abendessen auf Ko-Sa Beach. Auf dem Speiseplan standen Spaghetti mit Tomato Garlic Sauce und für die besonders Hungrigen unter uns zusätzlich noch Jollof Rice und Salat. Wir genossen die gemeinsame Zeit und ließen uns das Essen ein letztes Mal in dieser besonderen Umgebung schmecken.
Danach wurde es spannend: Die letzte Zimmerbewertung wurde verkündet, sämtliche gesammelten Puzzleteile wurden zusammengezählt und endlich stand fest, welches Zimmer den Wettbewerb gewonnen hatte.
Und tatsächlich bestätigte sich, was sich bereits am ersten Morgen abgezeichnet hatte: „Clarni Chillz“ war das Siegerzimmer unserer Klassenfahrt.
Herzlichen Glückwunsch an Cleantha und Arcani, die mit ihrer Ordnung, ihrem Engagement und ihren gesammelten Puzzleteilen den Gesamtsieg erringen konnten. Über die vergangenen Tage hatten sie gezeigt, dass sich ein ordentliches Zimmer und die aktive Teilnahme an unseren Wettbewerben durchaus auszahlen können.
Doch damit war unser Abend noch lange nicht vorbei. Schließlich wartete noch die wichtigste Entscheidung unserer gesamten Klassenfahrt auf uns.
Vier Tage lang hatten wir gerätselt, beobachtet, kombiniert und uns gegenseitig verdächtigt. Immer wieder hatten wir neue Hinweise gesammelt, Verdächtige ausgeschlossen und versucht herauszufinden, wer sich hinter den beiden geheimnisvollen Saboteuren verbarg.
Nun standen die letzten beiden Missionen auf dem Programm: Mission 7 und Mission 8.
Noch einmal waren Köpfchen, Zusammenarbeit und eine gute Beobachtungsgabe gefragt. Beide Missionen konnten wir erfolgreich lösen und erhielten dafür zwei weitere entscheidende Hinweise. Damit wurde die Liste unserer Verdächtigen immer kürzer. Am Ende blieben nur noch drei mögliche Saboteure übrig.
Jetzt musste eine letzte Entscheidung getroffen werden. Wir tauschten unsere Vermutungen aus, überprüften die gesammelten Hinweise und stimmten schließlich darüber ab, wer sich hinter den geheimnisvollen Rollen verbergen könnte.
Und tatsächlich: Wir hatten es geschafft.
Die beiden Saboteure Nii Dromo und Florian konnten von unserer Ermittlertruppe erfolgreich entlarvt werden. Vier Tage lang hatten sie versucht, ihre geheimen Identitäten zu verbergen und unsere Ermittlungen zu erschweren. Doch am Ende waren unsere Spürnasen erfolgreich.
Die Freude über die gelungene Auflösung war natürlich groß. Nach einer kleinen gemeinsamen Siegesfeier konnten wir das Geheimnis von Ko-Sa Beach endlich als gelöst betrachten.
Damit ging nicht nur unser mehrtägiges Rätselspiel, sondern auch unser letzter vollständiger Tag auf Ko-Sa Beach zu Ende.
Nach so vielen sportlichen Wettkämpfen, kreativen Aufgaben, gemeinsamen Erlebnissen und spannenden Ermittlungen hieß es schließlich: Ab in die Betten.
Denn auch für unseren letzten Morgen haben wir uns noch einiges vorgenommen. Bereits um 6 Uhr soll es zum Frühschwimmen ins Meer gehen, und um 7:30 Uhr steht noch eine letzte Runde Volleyball auf dem Programm.
Ob wir nach vier erlebnisreichen Tagen tatsächlich alle rechtzeitig aus den Federn kommen werden? Wir sind gespannt.








