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Verantwortung mit Herz - ein Sozialprojekt der Klasse 8

Verfasst am 16. Oktober 2026
Verantwortung mit Herz - ein Sozialprojekt der Klasse 8

2026 10 14 Info Flyer für Schule Verantwortung mit HerzMit dem Aufbau unserer Sekundarstufe wächst an der Deutschen Internationalen Schule Accra nicht nur das schulische Angebot. Schritt für Schritt entsteht zugleich ein Schulprofil, das fachliches Lernen mit sozialer Verantwortung, Eigeninitiative und persönlicher Entwicklung verbindet.

Nach der Klasse 7, die sich im Rahmen ihrer Projektwerkstatt mit Chance for Children beschäftigt, übernimmt nun auch die Klasse 8 Verantwortung in einem eigenen sozialen Projekt. Unter dem Titel „Verantwortung mit Herz“ unterstützt sie die Gerald Asamoah Stiftung und deren Einsatz für herzkranke Kinder in Ghana.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, dass Erwachsene ein fertiges Hilfsprojekt organisieren und die Schülerinnen und Schüler lediglich daran teilnehmen. Die Jugendlichen selbst sollen planen, entscheiden, Aufgaben verteilen, organisieren, kommunizieren und schließlich erleben, was aus ihren eigenen Ideen und ihrem eigenen Einsatz entstehen kann.

Die Klasse bringt ihre Motivation selbst auf den Punkt: Jedes Kind verdiene eine Chance und ein gesundes Leben. Gleichzeitig möchten die Schülerinnen und Schüler durch das Projekt lernen, was Teamwork, Verantwortung und konkrete Hilfe im wirklichen Leben bedeuten können.

Von der Idee zum eigenen Handeln

Im November kommt erneut ein medizinisches Team aus Deutschland nach Ghana, um herzkranke Kinder zu behandeln und zu operieren. Für die Klasse 8 wird dieser Einsatz zu einem besonderen Lernfeld.

Die Schülerinnen und Schüler überlegen selbst, wie sie das medizinische Team sinnvoll unterstützen können. Sie bereiten Catering vor, planen gemeinsame Ausflüge und organisieren einen besonderen gemeinsamen Abend mit Essen, Grillen und geselligem Beisammensein. Zudem möchten sie die gesamte Schulgemeinschaft einbeziehen und um Sach- und Geldspenden bitten.

Damit übernehmen sie ganz konkrete Verantwortung.

Was wird für die Verpflegung benötigt? Welche Mengen müssen eingeplant werden? Wer übernimmt welche Aufgabe? Welche Beiträge können innerhalb der Klasse organisiert werden? Wo braucht es Unterstützung aus der Schulgemeinschaft? Wie lässt sich ein Ausflug sinnvoll vorbereiten? Was braucht es für einen gelungenen gemeinsamen Abend?

Aus solchen Fragen wird praktische Projektarbeit.

Die Schülerinnen und Schüler müssen miteinander sprechen, Entscheidungen treffen, Kompromisse finden und sich darauf verlassen können, dass übernommene Aufgaben tatsächlich erledigt werden. Gerade darin liegt ein wesentlicher Teil des Projekts: Verantwortung wird nicht nur besprochen, sondern tatsächlich übernommen.

„Eine Chance, einen Unterschied zu machen“

Dass die Schülerinnen und Schüler diese Verantwortung sehr bewusst wahrnehmen, zeigen ihre eigenen Rückmeldungen.

David beschreibt das Projekt als eine Möglichkeit, „einen Unterschied zu machen im Leben von anderen“. Gleichzeitig schätzt er, dass die Klasse dabei Einblicke in Bereiche bekommt, „die man sonst nie sieht“.

Auch Alexis verbindet das eigene Engagement unmittelbar mit der Hilfe für die Kinder: Er findet das Projekt sinnvoll, weil er das medizinische Team unterstützen kann und dieses wiederum den herzkranken Kindern hilft.

Zoe bringt einen weiteren zentralen Gedanken auf den Punkt: Sie freue sich darüber, bei der Gerald Asamoah Stiftung mithelfen zu können, „weil ich finde, dass jedes Kind immer eine Chance verdient“.

Damit wird deutlich: Die Schülerinnen und Schüler erleben sich nicht als Zuschauer eines sozialen Projekts. Sie verstehen zunehmend, dass sie selbst einen Beitrag leisten können.

Catering organisieren, Gäste begleiten, Gemeinschaft gestalten

Ein Schwerpunkt der Arbeit wird die Unterstützung des medizinischen Teams während seines Aufenthalts sein.

Die Klasse möchte Verpflegung für die Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte vorbereiten und organisieren. Was zunächst nach einer überschaubaren Aufgabe klingt, verlangt in der Umsetzung einiges: Bedürfnisse müssen ermittelt, Abläufe abgestimmt, Lebensmittel und Getränke organisiert und Zuständigkeiten verteilt werden.

Hinzu kommen geplante gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge. Auch dabei soll die Klasse nicht einfach an einem fertigen Programm teilnehmen, sondern selbst überlegen, was sinnvoll und machbar ist.

Ein weiterer Höhepunkt soll ein gemeinsamer Abend an der Schule werden. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei selbst zu Gastgebern. Sie beteiligen sich an Planung und Vorbereitung, kümmern sich um Verpflegung und Ablauf und tragen dazu bei, dass aus einer organisatorischen Aufgabe eine echte Begegnung entsteht.

Gerade in diesen scheinbar kleinen Tätigkeiten wird Eigenverantwortung konkret: Eine Aufgabe übernehmen bedeutet auch, dafür einzustehen, dass sie funktioniert.

Die Schulgemeinschaft für die eigene Idee gewinnen

Zum Projekt gehört außerdem ein Spendenaufruf an die GISA-Gemeinschaft.

Die Schülerinnen und Schüler möchten um Snacks, Getränke und finanzielle Unterstützung bitten. Damit übernehmen sie zugleich eine weitere Aufgabe: Sie müssen ihr Projekt erklären und andere Menschen dafür gewinnen.

Warum sammeln wir? Wofür werden die Beiträge benötigt? Was wollen wir damit ermöglichen? Wie können Eltern, Mitschülerinnen und Mitschüler sowie Mitarbeitende helfen?

Auch das ist ein wichtiger Lernprozess. Wer Unterstützung für eine gemeinsame Sache gewinnen möchte, muss verständlich kommunizieren, transparent arbeiten und Verantwortung für das Vertrauen anderer übernehmen.

Öffentlichkeitsarbeit wird dadurch nicht zu einer Aufgabe, die Erwachsene für die Klasse erledigen, sondern zu einem weiteren Teil des Projekts, den die Schülerinnen und Schüler mitgestalten.

Begegnung mit Berufen und Menschen

„Verantwortung mit Herz“ eröffnet gleichzeitig Möglichkeiten zur Berufsorientierung.

Die Schülerinnen und Schüler möchten Gespräche und Interviews mit den beteiligten Berufsgruppen führen – beispielsweise mit Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften.

Dabei können sie unmittelbar erleben, welche unterschiedlichen Tätigkeiten notwendig sind, damit ein medizinischer Einsatz funktioniert.

Was bedeutet es, Verantwortung für Patientinnen und Patienten zu tragen? Wie arbeitet ein medizinisches Team zusammen? Welche Aufgaben übernehmen Pflegekräfte? Was motiviert Menschen dazu, für einen solchen Einsatz nach Ghana zu kommen? Welche Ausbildung und welche Fähigkeiten benötigen sie?

Sarah freut sich besonders auf diese Begegnungen. Sie ist gespannt darauf, „wie es sein wird, wenn wir im Krankenhaus sind“ und mehr darüber zu erfahren, „was die Ärztinnen und Ärzte und Pflegerinnen und Pfleger machen und wie der Ablauf ist“. Zugleich hebt sie hervor, dass die Schülerinnen und Schüler bereits bei der Vorbereitung eigene Ideen und Fantasie einbringen können.

Damit verbindet das Projekt soziales Lernen, Berufsorientierung und selbstständiges Arbeiten auf ganz natürliche Weise.

Eigeninitiative braucht Teamarbeit

So viel Eigenverantwortung funktioniert nur gemeinsam.

Die Klasse muss Aufgaben verteilen, sich gegenseitig informieren, Absprachen einhalten und darauf reagieren, wenn etwas anders läuft als geplant. Nicht jede Idee wird sich umsetzen lassen. Manche Pläne müssen vielleicht verändert werden. An anderer Stelle werden neue Lösungen notwendig sein.

Auch das gehört zum Lernen.

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass Eigeninitiative nicht bedeutet, alles allein zu machen. Sie bedeutet, eigene Ideen einzubringen und zugleich Verantwortung innerhalb einer Gemeinschaft zu übernehmen.

Dabei werden Fähigkeiten gefördert, die weit über einzelne Unterrichtsfächer hinausreichen: planen, organisieren, kommunizieren, zuhören, Entscheidungen treffen, Probleme lösen, im Team arbeiten und verlässlich handeln.

Kekeli sieht das Projekt deshalb nicht nur als Hilfe für herzkranke Kinder, sondern zugleich als wertvolle Erfahrung für die Schülerinnen und Schüler selbst.

Hilfsbereitschaft wird zur Erfahrung

„Verantwortung mit Herz“ macht aus einem abstrakten Wert eine konkrete Erfahrung.

Hilfsbereitschaft bedeutet in diesem Projekt nicht nur, Geld zu spenden. Sie kann bedeuten, Lebensmittel zu organisieren, einen Tisch vorzubereiten, Gäste zu begleiten, Fragen zu stellen, ein Interview vorzubereiten, einen Ausflug zu planen oder eine Aufgabe zuverlässig zu Ende zu bringen.

Die Schülerinnen und Schüler erleben dadurch, dass auch kleine Beiträge wichtig sind, wenn viele Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Lucien formuliert diesen Gedanken sehr einfach und zugleich sehr treffend: Es sei wichtig, Gutes zu tun, und das Projekt zeige, „dass es immer Hoffnung gibt“.

Ein Sozialcurriculum, das mit unserer Sekundarstufe wächst

Mit Projekten wie diesem möchten wir an der Deutschen Internationalen Schule Accra schrittweise ein Sozialcurriculum für unsere wachsende Sekundarstufe entwickeln.

In Klasse 7 stehen mit Chance for Children gesellschaftliche Verantwortung, eigene Projektideen, Beteiligung und demokratische Entscheidungsprozesse im Mittelpunkt.

In Klasse 8 folgt mit „Verantwortung mit Herz“ nun der nächste Schritt: Die Jugendlichen übernehmen konkrete Aufgaben in einem realen sozialen Projekt und erleben unmittelbar, dass ihre Entscheidungen, ihre Zuverlässigkeit und ihre Eigeninitiative gebraucht werden.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele einzelne Aktionen durchzuführen. Entscheidend ist der Lernprozess dahinter: Bedürfnisse wahrnehmen, Ideen entwickeln, zuhören, Entscheidungen treffen, planen, Aufgaben übernehmen, handeln und das eigene Tun anschließend reflektieren.

So werden soziale Kompetenz, Empathie, Eigenverantwortung, Teamfähigkeit und gesellschaftliches Engagement nicht nur zu Unterrichtsinhalten, sondern zu gelebten Erfahrungen.

Mit kleinen Taten Großes bewirken

Das Motto der Klasse bringt den Gedanken hinter dem Projekt auf den Punkt:

„Mit kleinen Taten Großes bewirken.“

Die Schülerinnen und Schüler können keine Herzoperation durchführen. Aber sie können diejenigen unterstützen, die genau das tun.

Sie können planen und organisieren. Sie können Verpflegung vorbereiten. Sie können Spenden sammeln und andere für ihre Idee begeistern. Sie können Gäste willkommen heißen, Interviews führen, zuhören und Fragen stellen. Und sie können Verantwortung für selbst übernommene Aufgaben tragen.

Vor allem können sie erfahren, dass gesellschaftliches Engagement nicht erst irgendwann im Erwachsenenalter beginnt.

Es beginnt dort, wo junge Menschen eine Aufgabe sehen, eigene Ideen entwickeln und gemeinsam beschließen:

Wir können selbst etwas tun.